Meine Geschichte mit dem Gravensteiner

Der Gravensteiner begleitet mich schon viele Jahre meines Lebens. Zum ersten Mal begegnete ich ihm im Jahr 2003 im Garten meiner ersten Pfarrstelle in Steinbach bei Leipzig. Dort stand ein uralter Baum, den sicher einer meiner Vorgänger dort gepflanzt hatte. Ich fand es schön, dass Pfarrer neben ihrer Gemeinde oft auch ihrem Pfarrgarten große Liebe entgegen brachten und sich oft als Pomologen betätigten. Die Früchte des Gravensteiners sind einfach herrlich. Beim Hineinbeißen spritzt es und der Saft der Früchte läuft einem über die Wangen. Süßsäuerlich – saftig – aromatisch – besser kann kein Apfel schmecken. Bald darauf entdeckte ich die Mosterei von Kerstin Lieber in Papsdorf bei Grimma und ließ aus den Gravensteinern aus dem Pfarrgarten sortenreinen Saft pressen. Der Saft des Gravensteiners war eine der Initialzündungen, die in mir den Wunsch aufkeimen ließen, solche genialen Apfelbäume auf meinem Grundstück in Cannewitz zu pflanzen. Ich kürte den Gravensteiner zur dritten Apfelsorte neben dem Kaiser Wilhelm und dem Lausitzer Nelkenapfel, aus der ich in Zukunft sortenreinen Apfelsaft keltern wollte. Die Wiese am Löbauer Wasser auf meinem Grundstück bot sich für die Pflanzung an, denn Gravensteiner lieben feuchte Standorte. Sechs Gravensteiner pflanzte ich zunächst dort, auch in der roten Variante. Vor drei Jahren dachte ich mir, dass ich doch auch Reiser des Ursprungsbaumes aus meinem ehemaligen Pfarrgarten in Steinbach schneiden könnte und so den ursprünglichen Geschmack von damals erhalten könne. Eine prophetische Idee, denn nachdem ich die Reiser geschnitten hatte, fällte ein starker Sturm den uralten Baum aus dem Pfarrgarten in Steinbach. Ich Glücklicher. Nun hatte ich 8 neue Bäume. Drei davon spendete ich als Dank an meine ehemalige Kirchgemeinde. Fünf stehen nun auf meinem Cannewitzer Grundstück und erinnern mich daran, wie meine Leidenschaft für alte Apfelsorten begann.